Begriffsbestimmung

Nachfolgend stellen wir Mobbingdefinitionen aus der Literatur sowie der Rechtssprechung vor, wobei der Mobbingbetroffene sein Augenmerk auf die Definition der Rechtssprechung lenken sollte, da nur diese im Rahmen eines Arbeitsgerichtsprozesses für die Beurteilung, ob “Mobbing“ vorliegt, entscheidend ist.

Definition nach Prof. Heinz Leymann

Der Begriff MOBBING beschreibt negative, kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen.

Definition der Gesellschaft gegen psychosozialen Stress u. MOBBING e.V.

MOBBING ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen, oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren anderen Personen, systematisch und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung erlebt. Für wissenschaftliche Untersuchungen gelten die Zeitangaben „mindestens einmal in der Woche“ und „mindestens während eines zusammenhängenden halben Jahres“.

Mobbingmerkmale im Sinne der Rechtssprechung

  • Es muss ein Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren vorliegen.
  • Schwierig ist dabei insbesondere die Abgrenzung  gegen über sozial anerkannten Verhaltensweisen am Arbeitsplatz. Das Verhalten muss daher zumindest als Pflichtwidrigkeit gewertet werden können.
  • Dieses Verhalten muss wiederkehrend erfolgen, üblicherweise über einen längeren, bestimmbaren Zeitraum.
  • Das wiederkehrende Verhalten muss systematisch erfolgen. Aus einer Kette von Vorfällen muss ein System bzw. ein „roter Faden“ sichtbar sein.
  • Das Verhalten muss direkt oder indirekt mit dem Ziel und/oder Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis geschehen.
  • Das Verhalten muss – jedenfalls in seiner Gesamtheit – das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder andere ebenso geschützte Rechte des Betroffenen verletzen.
  • Ein wechselseitiger Eskalationsprozess, der keine klare Täter-Opfer-Beziehung zulässt, steht regelmäßig der Annahme eines MOBBING-Sachverhaltes entgegen.
  • Der Betroffene muss das Verhalten als Diskriminierung empfinden.

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